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angelina probst, disasterpiece

 
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2008/04/01 finesse lifestyle berlin [zum artikel]   
 
2008/03/01 stadtkind berlin [zum artikel]   [link extern]
 
2008/02/02 welt online [zum artikel]   [link extern]
 
2007/12/15 portalkunstgeschichte [zum artikel]   [link extern]
 


tip Berlin, 22. Dezember 2008, 01|2009
 
Streifzüge durch die Berliner Subkultur
 
Die Galerienszene wandelt sich ständig. Etablierte holen sich neuen Schwung durch Tapetenwechsel, andere kleben von vornherein nicht an der Scholle. Caravan Berlin zieht als mobile Galerie von Ort zu Ort, und auch hinter einem Supermarkt ist noch Platz für Kunstkonsum. Ein Streifzug durch den Off-Bereich auf der Suche nach der Subkultur
 
"The sexiest gallery" – Wie die sich wohl gibt? Den prüden Vogel mag ein solcher Name ebenso reizen wie den Voyeur. Ob die Kunst, die hier verkauft wird, auf den Index gehört? Im Hinterzimmer sitzt Angelina Probst eher keusch und knabenhaft auf der Couch und malt. In kräftigem Kolorit am neuen Jugendstil der Subkultur. Blond, zart und scheu wie ein Reh. Die Lifestyle-Zeitschrift „Finesse“ war auch schon da. Sie befand über die 22-Jährige und ihre Location: "Neu, jung und sexy." Angelina Probst ist Künstlerin und Galeristin in einer Person, doch vor allem unkonventionell. Abenteuerliches weiß die Autodidaktin zu berichten. Geboren in Indien, aufgewachsen in Hippie-Kommunen, lebte sie in Dänemark, den USA und wer weiß wo noch. Sie trampte mit dem Rucksack durch Asien und ging vor einem Jahr in Berlin vor Anker. Warum, bleibt offen. "Das ist ein Muss, das kommt einfach, ich denke nicht drüber nach", sagt sie über die Eröffnung ihrer Galerie.
 
Ähnlich arbeitet sie an ihren ausgefeilten Mischtechniken, umnäht eine sich räkelnde Salon-Schöne aus einem früheren Aquarell mit Glimmerfäden und steht schon mal mit einem Gast vor der Staffelei wie z.B. mit Felix, dem Kubaner. Der Street-Artist schneite eines Tages herein, zeigte sein Skizzenbuch. Ein Gemeinschaftswerk entstand mit seinen Comic-Fratzen und ihren lasziven Ladys, bunte Versatzstücke aus Medien, Popkultur, Underground und Unterbewusstsein surrealistisch verschmelzend. Die nächsten Verehrer drängen herein, und so verlassen wir die Galerieräume, in denen Angelina Probst hauptsächlich ihre psychedelischen Bilder zeigt.
 
[...]
 


Finesse Lifestyle Berlin, 1. April 2008, 01|2008
 
12 Lifestyle-Tipps mit Kult-Faktor
 
Neu, jung und sexy.
 


Magazin "Stadtkind" Berlin, 1. März 2008, von Melanie Sohn
 
AN JEDEM TAG KOSMISCHE UNFäLLE
Angelina Probst kennt die Welt, liebt aber nur Berlin
 
Leichtbekleidete oder gar entblößte Frauen räkeln sich auf knallbuntem Untergrund. Kräftiges Kolorit und Anleihen bei Kunstelementen der 30er und 70er Jahre mischen sich farbenfroh mit dem Hier und Jetzt, immer aufregend und sexy, doch nie unästhetisch. Wenn man solche Bilder sieht und einfach nur fasziniert ist, steht man mit großer Wahrscheinlichkeit vor einer Schöpfung von Angelina Probst. Und man kommt nicht umhin zu denken: "Ich will auch so eines an meiner Wand."
 
Die Künstlerin, die diese Bilder schafft, schafft, entwirft seit einem knappen Jahr ihre Kunst in Berlin und stellt sie in einer kleinen Galerie mitten im Prenzlberg aus. Dabei kann sie mit ihren 21 Jahren schon auf ein äußerst bewegtes Leben zurückblicken. Geboren wurde Angelina 1986 als achtes von elf Kindern in Neu Delhi. Ihre deutschen Eltern kamen nach Indien, und lebten dort in einer Hippie-Kommune, und obwohl sie das Land liebten, zog es sie nach neun Jahren, zusammen mit der damals 4jährigen Angelina, rund um den Globus in die Welt hinaus. Tanztourneen durch Europa, der Besuch einer russischen Jazz- und Ballettschule, Choreographin einer Tanzgruppe, die Spenden für Bedürftige sammelte, oder auch Bühnenbildnerin in den USA - das sind nur einige der Stationen in Angelinas Leben. Und obwohl der Tanz eine lange Zeit ihr Schaffen bestimmt hat, hat sie neben dem Tanzen auch immer gezeichnet.
 
"Wenn ich einen Stift in die Hand bekommen habe, musste ich ihn auch sofort benutzen", erklärt sie ihre Leidenschaft für das Zeichnen. "Deshalb sagten auch alle irgendwann, ich würde an "Scribbelitis" leiden", lacht sie. Nachdem sie fast alle Ecken der Welt gesehen hatte, zog es sie 2002 nach Freiburg, wo sie begann Deutsch zu lernen. Später ging es dann nach Karlsruhe um schlussendlich 2007 in Berlin zu landen. "Ich war ein paar Mal zu Besuch in Berlin und habe es so geliebt. Und da wusste ich, es ist die einzige Stadt für mich", erinnert sie sich an ihre ersten Begegnungen mit den vielen Gesichtern dieser Stadt. "Den Spirit, die Menschen und die täglichen kleinen kosmischen Unfälle", die sie zu ihren Bilden inspirieren, sind der Künstlerin wichtig und faszinieren sie täglich aufs Neue. Zu Hause oder in der Galerie steht "Disasterpiece", so Angelinas Künstlername, vor der Staffelei und bringt ihre Ideen und Themen dann mit Acrylfarbe auf die Leinwand. Wie lange so ein Bild braucht, ist immer unterschiedlich, zumal sie meist zeitgleich an mehreren Werken arbeitet und nie genau weiß, was am Ende eigentlich entstehen wird. Der Name "Disasterpiece" ist übrigens eine Wortkreation aus "Disaster" und "Masterpiece", die sowohl die Kreativität und Verrücktheit Angelinas als auch die von ihr geschaffenen Werke beschreiben soll. Und mit ihrer Kunst feiert sie bereits große Erfolge, so waren ihre Werke in einer Gruppenausstellung zusammen mit Bildern von Jonathan Meese zu sehen. In der "the sexiest gallery" im Prenzlauer Berg stellt sie nun dauerhaft aus. Wer die etwas andere Kunst nun live bestaunen möchte, sollte sich schleunigst auf den Weg in die Galerie machen. Es lohnt sich in jedem Fall.
 
Name: Angelina Probst
Alter: 21
Beruf: Künstlerin
Bezirk: Prenzlberg
Stadtkind seit: 2007
Gestartet in: Neu Delhi
 


Welt Online, 2. Februar 2008, 04:00 Uhr Von Andrea Hilgenstock
 
"Session No. One" bringt Alt und Jung in einen künstlerischen Dialog
 
Die Galerie Golkar zog von Köln nach Berlin
 
Hannelore Golkar ist neu in Berlin. Ende Dezember 2007 zog sie von Köln an den Kurfürstendamm und vereint nun Galerie und Wohnen unter einem Dach, auch wenn sich beides auf getrennten Ebenen abspielt. Weg von coolen Galerieräumen, wie sie selber früher hatte, hin zum Gespräch über Kunst, über Arriviertes und zu Entdeckendes, möchte sie die Besucher führen.Gerade das macht die Ausstellung "Session No. One" spannend: Informel-Altmeister Markus Prachensky ist mit energiegeladenen Rot-Explosionen auf Schwarz dabei (Acrylfarbe auf Bütten und auf Leinwand). Seine römischen Reminiszenzen bringt der österreicher mit wenigen, kräftigen Pinselstrichen zu Bilde. Daneben finden sich Werke des Kölner Malers Rudolf A. Scholl, wobei sich ältere aus den 80er Jahren mit neueren vergleichen lassen. Letztere zeigen abstrakte Strukturen, die mit einem Schwamm in mehreren Farblagen aufgetragen werden.Wer ins Obergeschoss der Maisonette blickt, sieht Loreleis Locken höchst attraktiv wuchern. Sechs großformatige Aufnahmen aus Herlinde Koelbls malerischer Serie männlicher und weiblicher "Haare" sind zu sehen, ungewöhnliche Variationen vom Brustpanzer bis zur Mammutmähne.In einem weiteren Raum hat die Galeristin zwei blutjunge Künstler mit Klassischer Moderne von Ewald Platte (1894-1985) kombiniert, der in den 20er Jahren zusammen mit Jawlensky, Nolde und Macke ausgestellt hat und als Geheimtipp gelten darf. Ebenso der 1984 in St. Petersburg geborne Immendorff-Schüler Nikita Schmitz, dessen ausgereifter Umgang mit Farbe und Form Lust auf mehr macht.Junge Positionen stöbert Hannelore Golkar, die früher Unternehmensberaterin war und sich seit 2003 ausschließlich ihrer langjährigen Kunstleidenschaft hingibt, gern an den Akademien auf. Auch die Berliner Künstlerin Angelina Probst zählt mit ihren surrealen Bildern zu der nachwachsenden Generation, die sich in der Galerie Golkar mit Etabliertem, neu wie alt, messen kann.Die Preise reichen von 3600 Euro für Malerei von Nikita Schmitz bis 26 400 Euro für ein Gemälde von Informel-Altmeister Markus Prachensky. Klassische Moderne von Ewald Platte kostet 15 500 Euro, die Fotografien Herlinde Koelbls 4800 Euro (Auflage 5).
 
Kurfürstendamm 28, 5. Stock; bis 15. März. Mo-Sa 14-20 Uhr.
 


Portalkunstgeschichte Berlin im Dezember 2007
 
>Dauerausstellung Disasterpiece<
 
Von Franziska Schonert
 
Disasterpiece alias Angelina Probst ist eine junge Künstlerin, die in unterschiedlichsten Ländern - in Indien, Kroatien und der Ukraine wie auch in den USA - zu Hause war. Von 2003 bis 2006 besuchte sie eine Schule für Grafik Design in Karlsruhe, um nun in ihrer neuen Heimat Berlin mit ihrer Kunst Fuß zu fassen. Das Potenzial ist allenfalls vorhanden. Angelina hat ein Auge für einen harmonischen und zugleich spannenden Bildaufbau. Zumeist farbenfrohe Bilder mit Hintergründen in Lila-, Pink-, Rot- und Blautönen erinnern an Pop Art, Street Art und die 70er. Aber auch Bronze und andere metallene Farben dienen zuweilen als Untergrund für die lasziven, sexy und erotischen Frauengestalten. Abstrakt dargestellt posieren sie, küssen einander, richten ihren Blick auf den Betrachter. Kreise, Wellen und andere geometrische Elemente verbinden die einzelnen Bildelemente. Plattenspieler, Kronleuchter, Diamanten und Symbole der Männlichkeit bereichern den Bildinhalt. Angelina setzt jedoch ganz bewusst den Spaß am Malen in den Vordergrund, verzichtet auf die zumeist einschränkende Einordnung ihrer Kunst in eine bestimmte künstlerische Richtung oder als Konglomerat vergangener Stile. Die Malerei gibt ihr seit ihrer Kindheit Zuflucht, sie sind Ausdruck des Selbsts der jungen Künstlerin. Sie freut sich immer wieder andere Interpretationen und Assoziationen der Besucher zu ihren Bildern zu hören. Diesen offenen Raum will sie durch die konkrete Bestimmung ihrer Kunst nicht einschränken. Spaßig bezeichnet sie ihr Schaffen als "Gegenposition zur ernsthaften Kunst". Sie hat recht, die Betrachtung allein macht Freude. Das Publikum ist vielfältig in Alter und Kultur, der Kontakt immer willkommen. Ihre Kunst hat dekorativen Charakter ohne kitschig zu sein. Weiblichkeit, Eleganz und pure Erotik sprechen aus ihren Bildern ebenso wie Lebensfreude, Spiritualität und unbändige Freiheit.